Um die Thierkohle zu bereiten, legt man ein Stück dickes Rindsleder
zwischen glühende Kohlen, läßt es so weit verbrennen, bis
das letzte Flämmchen eben vollends verschwunden ist und bringt dann
das glühende Stück schnell zwischen zwei steinerne Platten, damit
es sogleich verlösche, sonst glimmt es an freier Luft fort und zerstört
seine Kohle größtentheils. Ein Gran davon wird mit 100 Gran
Milchzucker in der porcellanenen Reibeschale eine Stunde lange (jede 10
Minuten auf 6 Minuten Reiben und 4 Minuten Aufscharren eingetheilt)
gerieben, von dem Produkte ein Gran wieder mit 100 Granen frischem Milchzucker
auf gleiche Art gerieben und von dem so entstandenen Pulver endlich nochmals
ein Gran mit 100 Granen frischem Milchzucker auf gleiche Weise eine Stunde
lang gerieben, damit eine millionfache potenzirte Verdünnung der Thierkohle
entstehe.)
So viele Aehnlichkeit auch die Thierkohle mit der Holzkohle in ihrer
Wirkung auf das menschliche Befinden zeigen mag, so finden sich doch auch
so viel Abweichungen von den Aeußerungen der letzern bei ihr, und
so viele besondre Symptome, daß ich, was ich davon beobachten konnte,
hier beizufügen, für nützlich hielt.
(...)
Labor Gudjons
Carbo animalis wurde wie bei Hahnemann beschrieben hergestellt. Die größte
Schwierigkeit dabei bestand im Auftreiben eines Leders, das nach damaligen
Methoden gegerbt sein sollte.