http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/alpenveilchen.html
Hahnemanns Reine Arzneimittellehre Band V, S. 41
Der aus der frischen Wurzel, gegen den Herbst zu, ausgepreßte
und mit gleichen Theilen Weingeist gemischte Saft.
Ein unbegründeter Verdacht von angreifender, unsicherer Wirkung
lastete von den ältesten Zeiten her auf dieser schätzbaren Arzneipflanze.
Gesetzt auch, Dioscorides hätte wirklich diese vor sich gehabt, so
läuft doch alles, was er von ihr berichtet, bloß auf Hörensagen
hinaus. Die Araber nahmen diese Wurzel, unter dem Namen Arthania, mit zu
einer auf den Unterleib einzureibenden Purgisalbe (Unguentum de Arthanita),
welche eine Menge der heftigsten Purigmittel enthält, und brachten
sie in dieser gefährlichen Gesellschaft zu dem unverdientem Rufe einer
drastischen Purgir-Arznei, dergleichen sie doch gar nicht ist.
(...)
Labor Gudjons:Die frischen Cyclamenknollen aus einem Wald am Gardasee (Ende August gesammelt) wurden verwendet.
Homöopathisches Arzneibuch, 1. Ausgabe 1978, S. 389
Familie:Primulaceae, Primelgewächse
Giftigkeit : giftig
Standort/Verbreitung:
Ursprünglich ist das Alpenveilchen im Südosten Deutschlands
heimisch. Mittlerweile gibt es viele Zuchtformen, die als Zimmerpflanzen
beliebt sind.
Typische Merkmale:
20 cm hohe Pflanze mit wohlriechenden weißrosa bis roten Blüten,
herzförmige, weißlichgrau gezeichnete Blätter.
Giftige Pflanzenteile und Inhaltsstoffe:
Blätter, Knolle.
Giftig durch:
Die Wildform enthält in der Wurzelknolle Triterpensaponine, darunter
Cyclamin. Welche Stoffe in den Zuchtformen enthalten sind, ist weitgehend
unbekannt.
Kritische Dosis:
Unbekannt.
Mögliche Symptome:
Nur nach Verzehr der Wurzelknolle ist mit Symptomen zu rechnen. Meist
traten Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall auf. Nach Einnahme
größerer Mengen Schwindel, Schweißausbruch, Blutdruckabfall,
Pulsanstieg, Krampfanfälle, Lähmungserscheinungen.
Auch starke lokale Reizungen wurden beschrieben.
Erste Hilfe:
In jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Nach Einnahme der Knolle bzw. einer
relevanten Menge von Knollenteilen oder Blättern wird eine primäre
Giftentfernung angeraten. Bei Kauen auf Blatt- oder Blütenteilen zunächst
Überwachung, reichlich Flüssigkeit geben (Wasser, Tee), evtl.
Kohle.
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