"Ein Quentchen dieses Samens wird
mit einem gleichen Gewicht Kreide (das Öl aufzunehmen) gepülvert
... "."Auf eine sehr rohe Weise mögen sich die Alten dieses Samens,
um Erbrechen oder Speichelabgang zu erregen, bedient haben wie man schon
aus Dioscorides ersieht, welcher jedoch auch seiner Anwendung gegen Zahnweh
im Allgemeinen erwähnt, welche offenbar ihren Ursprung aus der Hausmittel-Praxis
genommen hatte.Joh. Heinr. Schulze (Theses de materia medica, editae a
C. C. Strumpff. Hal. 1746. S. 435.), eben selbst an Zahnweh leidend, nahm
etwas davon in den Mund, erfuhr aber eine so heftige Verschlimmerung davon,
daß er glaubte, unsinnig zu werden. Welche ungeheure Kraft muß
nicht in dieser Substanz liegen!Das Kopf-Ungeziefer vertilgend ward dieser
Samen bei den Griechen ´phtheirokokkon´ genannt und zu dieser
Absicht kömmt sie noch in eine officinelle Salbe (unguentum pediculorum)."
Labor Gudjons:
Da die (keimfähigen) Samen direkt
mit Lactose verrieben wurden, habe ich auf die Vorbereitung mit der Kreide
verzichtet. Es wäre interessant herauszufinden, ob eine Verarbeitung
mit Kreide eine bessere Arznei liefern würde im Sinne der Symptomensammlung
durch eine kreidehaltige Tinktur.
Homöopathisches Arzneibuch, zugleich 5. Nachtrag
zur Ausgabe 1978, 1. Nachtrag zur Gesamtausgabe, S. 199
Namensursprung:
Dem schon von Dioskurides für
die Gattung gebrauchten Namen Delphinium liegt wohl die Ähnlichkeit
der gespornten Blüte mit einem Delphin zugrunde; staphisagria ist
aus dem griechischen .......... (staphis) = getrocknete Weinbeere und ..........
(agrios) = wild, scharfschmeckend zusammengesetzt. Läusesamen, in
bezug auf die Verwendung gegen Ungeziefer.
Die Pflanze kommt vor an unfruchtbaren
Berghängen Südeuropas, Kleinasiens, auf den Azoren und den Kanarischen
Inseln. Sie wird als Zierpflanze hier und da gebaut. Beim Zerreiben verbreiten
die Samen einen angenehmen Geruch. Sie besitzen einen äußerst
scharfen, bitteren Geschmack. Obwohl alle Delphiniumarten eine hautreizende
Wirkung haben und als giftverdächtig anzusehen sind, ist doch Delphinum
staphisagria die einzige wirklich giftige Art dieses Genus.
(...weshalb Hahnemann sie auch ausgesucht
haben dürfte für seine erste Prüfung)
Geschichtliches und Allgemeines:
Die Stephanskörner wurden bereits
von den alten griechischen und römischen Ärzten zu verschiedenen
Zwecken gebraucht. So führte Dioskurides ihre Verwendung gegen die
Läusekrankheit, Jucken, Krätze, als Brechmittel und Mundspühlwasser
an. Bei den Römern hieß die Pflanze meist Pedicularia (pediculus
= Laus), ein Name, der auf die allgemein übliche Benutzung zur Vertreibung
von Läusen hinwies.
Homöopathische Thesen
Eine grundlegende Idee von Staphisagria
ist die Verletzung, die auf keinerlei Widerstand gestoßen ist, wie
durch ein scharfes Messer, welches -ohne sich an der Haut abweisen zu lassen
in tieferes Gewebe vordringt. So wie Staphisagria als Verletzungesmittel
für Folgen nach Operationen (Skalpell) oder Katheterisierungen dient,
zeigen die Patienten oft einen ganz wehrlosen Umgang mit emotionalen Verletzungen,
der sie entrüstet (bar der Abwehr oder Rüstung) zurückläßt.
Im besonderen Maße wird dabei
ihre Würde verletzt, ohne daß sie sich unmittelbar gegen den
Verursacher wenden. Typischerweise entlädt sich der gestaute Zorn
dann an Gegenständen, die gar nichts dafür können, so daß
dazu kommt, daß die Patienten das häusliche Geschirr an die
Wand schmeißen, ohne den eigentlichen Verursacher ihrer Entrüstung
zu treffen.
Besonders betroffen auf körperlicher
Ebene sind neben dem gesamten Urogenitaltrakt die Zähne, die vorzeitig
kariös werden, oder Beschwerden nach Zahnbehandlungen verursachen.
Die Schmerzen sind dabei, dem Gesamtbild entsprechend oft scharf oder schneidend.
ALLGEMEINES; VERLETZUNGEN, Stöße, Stürze,
Prellungen; Operation, Beschwerden durch
Blase; ENTZÜNDUNG der Schleimhaut; Verletzungen,
nach
Gemüt; EHRGEFÜHL, Folge von verletztem
Gemüt; ENTRÜSTUNG, Empörung; Folgen,
hat üble
Zähne; KARIES, hohle Zähne, Zahnfäule;
beginnt sofort beim Erscheinen der Zähne
Zähne; EMPFINDLICHE Zähne; kann Zahnbehandlung
nicht vertragen